THOMAS  KIEHL

Der Mönch … oder wie ich zum Schreiben kam.


Ich bin Jurist und habe lange Jahre in der Wirtschaft gearbeitet. Auf einer Reise durch Kambodscha kam es dann zu einem Aufeinandertreffen mit einem buddhistischen Mönch, das mein Leben verändern sollte.

Ich saß zusammen mit dem Mönch auf einem Berg in der Nähe von Siam Reap und betrachtete den Sonnenuntergang. Nach ein wenig Small-Talk, fragte ich den Mönch ein wenig über sein Leben aus. Ich war damals der Ansicht, dass buddhistische Mönche schon als Kinder in ein Kloster gesteckt werden, um das Karma der Eltern zu verbessern. Der Mönch lachte nur, als er mit meiner Annahme konfrontiert wurde. Er sei erst seit einem Jahr Mönch, erklärte er, vor allem weil das „Mönchsein“ nämlich gut für das eigene Karma sei. Es stellte sich heraus, dass er eigentlich IT-Fachmann war, und sich (trotz minimaler finanzieller und staatlicher Absicherung) eine Auszeit gönnte, vor allem um zu reisen.


Die Worte dieses Mannes ließen mich nicht mehr los. Ohne jegliche Zukunftsängste "gönnte" er sich eine Art "Sabbatical", um sich seinen Traum zu erfüllen!

Und ich selbst? Hatte ich bisher alle meine Träume erfüllt? Hatte ich alles gemacht, was gut für mein Karma war?

Sicherlich nicht. Mein Leben war bis zu diesem Zeitpunkt das gewesen, was man gerne in einem Lebenslauf liest.


Nach einigen schlaflosen Nächten wurde mir immer klarer, was ich nach diesem Urlaub tun musste. Ich kündigte, machte mich mit meiner Kanzlei und einer Change-Management Idee selbstständig und begann zu schreiben, ein Entschluss, den ich bis heute nie bereut habe.